Über 1/4 Milliarde Euro für Zeitgenossen

Das Feuerbild „Peinture de feu couleur sans titre, von Yves Kleins  (FC 27)“ aus 1962 brachte 5,2 Millionen Pfund (Taxe um fünf Millionen). - Foto Christie's
Das Feuerbild „Peinture de feu couleur sans titre, von Yves Kleins (FC 27)“ aus 1962 brachte 5,2 Millionen Pfund (Taxe um fünf Millionen). – Foto Christies

27 Lose blieben bei den drei Häusern Sotheby’s, Christies und Phillips vor vollen Auktionssälen in London unverkauft. 157 wurden verkauft und erlösten einen Gesamtumsatz von 249 Millionen Pfund oder 346 Millionen Euro. Der Durchschnittserlös liegt somit deutlich über 2 Millionen Euro pro Los. Das kleinste der drei Häuser Phillips erzielte bei ihrer Auftaktauktion in den neuen Räumen in der Adresslage Berkeley Square sogleich mit 3 Millionen Pfund für die Arbeit Circle of Animals von Ai Wei Wei einen Rekord für den chinesischen Künstler. Bei Ed Ruschas extrem starken Monumentalgemälde Ship Talk setzte sich ein Vertreter der Gagosian Gallery im offenen Bietgefecht mit 735 TGBP und somit knapp über dem doppelten der unteren Taxe durch. Bei Christies verfehlte die sonst so rekordverdächtige Bank Francis Bacon mit der Arbeit Two Men working in a Field mit 9,5 Mio GBP sogar die obere Taxe, während Yves Klein mit seinem gleichermaßen wundervollen wie seltenen Feuerbild bei gut 5 Mio GBP über die Erwartungen stieg. Auch bei Wettbewerber Sotheby’s floppte Bacon. Hier aber mit Schwung! Study for a Pope ging mit ambitionierten 25 bis 35 Mio GBP zurück an den Einlieferer. Entschädigt wurde das Haus mit dem Rekord-Erlös der Woche für den sich Andy Warhol zu verantworten hat. One Dollar Bill (Silver Certificate) erzielte mit 18,5 Millionen Pfund das beste Einzelergebnis.

Früh, groß und singulär: Warhols Gemälde des „One Dollar Bill“ in Kasein und Bleistift auf Leinen, 132,4 mal 182 Zentimeter, für 18,5 Millionen Pfund (Taxe 13/18 Millionen) - Foto: Sotheby's
Früh, groß und singulär: Warhols Gemälde des „One Dollar Bill“ in Kasein und Bleistift auf Leinen, 132,4 mal 182 Zentimeter, für 18,5 Millionen Pfund (Taxe 13/18 Millionen) – Foto: Sotheby’s

Picasso: Das bisschen das ich schreibe kann ich auch zeichnen.

Kubistische Picasso Postkarte unter dem Hammer!
Kubistische Picasso Postkarte unter dem Hammer!

Das ist eine echte Picasso Sensation für den deutschen Kunstmarkt! Der Aufrufpreis für diese Picasso Postkarte, die der Künstler am  5. September 1918 an seinen Freund, den Dichter Guillaume Apollinaire nach Paris geschickt hat und die diesen niemals erreichte, liegt bei mindestens 100 TEUR. Spannend ist das Objekt insbesondere, da es sich um eine wichtige Zeichnung seines kubistischen Zyklus „La nature morte“ handelt. www.auktionen-gaertner.de

Lupenreine Einkaräter bei Benefiz Auktion

Die große Elisabeth Peyton mit ihren kleinen Formaten dürfte es bei einem Galeriepreis von 47 TEUR für diese sehr poetische Monotypie auf Bütten im Format 46 x 56 sehr schwer haben. Hier besteht die Chance einen guten Schnapper zu machen.
Die große Elisabeth Peyton mit ihren kleinen Formaten dürfte es bei einem Galeriepreis von 47 TEUR für diese sehr poetische Monotypie auf Bütten im Format 46 x 56 sehr schwer haben. Hier besteht die Chance einen guten Schnapper zu machen.

Die Michael Stich Stiftung sowie die Deichtorhallen Hamburg veranstalten am 21. Mai 2015 eine Benefiz Auktion mit 52 hochkarätigen künstlerischen Positionen. Der Erlös dieser Veranstaltung fließt zum einen in die Arbeit der Aids Aufklärung und Prävention, die dem Hamburger Wimbledon-Sieger von 1991 ein Herzens-Anliegen ist und zum anderen in Umsetzung der künstlerischen Arbeit der Jubilarin der Deichtorhallen als eines der bedeutendsten Ausstellungshäuser für zeitgenössische Kunst in Europa, die dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Bemerkenswert ist diese Auktion deshalb, weil nicht nur ausschließlich Werke prominenter Künstler unter den Hammer kommen, sondern die eingelieferten Arbeiten auch noch durch die Bank von bemerkenswerter Qualität sind. Fraglich ist es dennoch, ob die hohen Galeriepreise von bis zu 70.000 EUR tatsächlich realisiert werden können. Entscheidend für den Erfolg zum Verkauf aller Lose sind somit sicherlich die Aufrufpreise. Diese sollen bei 1/3 des jeweils angegebenen Galeriepreises liegen. Unschwer vorauszusagen ist dennoch bereits, dass es zahlreiche Lose geben wird, die zu Bietgefechten führen werden. Für die Hamburger Kunstszene ist diese Auktion ein tolles Ereignis und es gilt den Organisatoren somit dafür zu gratulieren und den Galeristen, vor allem aber den Künstlern, die dies ermöglichen Dank zu sagen.

Altmeister Imi Knoebel, Anima Mundi 2014-11, 46 x 36 x 6,8 cm, Galeriepreis 25 TEUR - Noch interessanter. Vergleichbare Arbeiten sind kaum im Markt zu kriegen!
Altmeister Imi Knoebel, Anima Mundi 2014-11, 46 x 36 x 6,8 cm, Galeriepreis 25 TEUR – Noch interessanter: Vergleichbare Arbeiten sind kaum im Markt zu kriegen!

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Auktionshaus Lehr startet mit heterogenem Angebot den Reigen der Frühjahrs-Auktionen

Bernard Aubertin, Pastell auf Karton, 50 x 50 cm, 1987 , Schätzpreis 800 EUR
Bernard Aubertin, Pastell auf Karton, 50 x 50 cm, 1987 , Schätzpreis 800 EUR
Positiv bemerkenswert ist auf jeden Fall eine bestechende quadratische Komposition Bernard Aubertains im Format 50×50 cm, die trotz des Ausführungszeitpunkts knapp 20 Jahre nach der -Zeit mit 800 EUR extrem konservativ geschätzt ist. Ein echter Leckerbissen! In jedem Fall als inakzeptabel zu bewerten ist die Einschätzung des Hauses Lehr für die Graphik Shipboard Girl von Roy Lichtenstein. ‚Die Farben sind leicht verblasst‘ muß als unzulässiger Euphemismus für ‚das Blatt ist farblich faktisch tot‘ interpretiert werden. Ich empfehle hierzu den Blick ins WVZ, wo die Strahlkraft dieser Graphik gut übersetzt wird. Ein positives hat es aber. Da es sich hierbei um eine der meist gefälschten Lichtenstein-Blätter handelt, ist die Chance auf Authentizität eher hoch. Für Freunde des Informel in der Ausprägung von Thieler kommt ebenfalls eine attraktive Arbeit zum fairen Preis zum Aufruf. Zusätzlich fällt hier ins Gewicht, dass er zu den wichtigen Vertretern der ersten Stunde dieser Gattung zählt, bei dem die Preis-Explosionen der letzten wenigen Jahre noch nicht angekommen ist.

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Banksy’s Corrosive Bird geht auf über 150.000 EUR

Banksy's Corrosive Bird, stencil spray paint and acrylic on canvas, von 2001 auf 76 by 76 cm
Banksy’s Corrosive Bird, stencil spray paint and acrylic on canvas, von 2001 auf 76 by 76 cm

Banksy’s Corrosive Bird, stencil spray paint and acrylic on canvas, von 2001 auf 76 by 76 cm hat gestern (12.02.2015) bei Bonhams in London den Preis von umgerechnet 158.000 EUR erzielt. Ein Ergebnis, dass deutlich unter Beweis stellt, dass Banksy im Establishment angekommen ist.

Auktionsrekord bei Beuys Auktion von Karl und Faber in München

Kunst = Kapital war eines der begehrtesten Lose der Auktion!
Kunst = Kapital war eines der begehrtesten Lose der Auktion!

Fast die vierfache Taxe und damit inklusive Aufgeld nur noch knapp unter 10.000 EUR zahlte ein glücklicher Sammler für diesen 20 Franken Schein in der Sonderauktion der Beuys Multiples des Münchner Auktionshauses Karl und Faber. Damit wurde beim Amiraplatz ein internationaler Auktionsrekord erzielt. Glückwunsch! Auch sonst war das Interesse sehr hoch und weniger als eine Hand voll Lose des Niederrheiners blieben unverkauft. „Auktionsrekord bei Beuys Auktion von Karl und Faber in München“ weiterlesen

Beuys Auktion bei Karl & Farber in München mit Spannung erwartet

 

Beuys: Ein Katalog wie er dem Meister gefallen hätte
Beuys: Ein Katalog wie er dem Meister gefallen hätte
Sonnenscheibe - Ein besonders begehrtes Multiple
Sonnenscheibe – Ein besonders begehrtes Multiple

Eine individuelle Telefonleitung kann ich für morgen noch aus dem Auktionssaal vergeben. Insgesamt kommen hier am Freitag, dem 18. November ab 19 Uhr um die 100 Multiples unter den Hammer. Mit dabei begehrte Leckerbissen wie ‚Ich kenne kein Weekend‘ mit einem relativ hoch angesetzten Schätzpreis von 12.000-15.000 EUR, sehr günstig bewertet hingegen die wunderbare Arbeit ‚Sonnenscheibe‘ von 1973, die die Münchner hier mit 8.000-10.000 EUR geschätzt haben, aber auch kleine Schätzchen für das bereits strapazierte 2014er Kunstbudget oder Beuys-Einsteiger wie der ‚Noiseless Backbord Eraser‘ oder das Amerika-Multiple ‚Notice to Guests‘ locken mit attraktiven 800 bzw. 900 EUR. „Beuys Auktion bei Karl & Farber in München mit Spannung erwartet“ weiterlesen

Uecker: Großer Wurf bei Hauswedell & Nolte?

Uecker Nagelbild mit verdichteter Mitte von 1963
Uecker Nagelbild mit verdichteter Mitte von 1963

 

Rückseite zu Nagelbild im Format 30 x 30 cm
Rückseite zu Nagelbild im Format 30 x 30 cm

Sicher – aber nicht ohne Peinlichkeit. 295.000 EUR ist ein stolzes Ergebnis für ein kleinformatiges Nagelbild. Bereits einige Tage vor der Auktion war zu erkennen, dass die angesetzte Taxe wohl deutlich überschritten werden würde. Auf meine Bitte um eine Leitung für ein Telefongebot für einen Sammler erntete ich lediglich ein müdes Lächeln. Die seien bereits seit Wochen alle vergeben. Wie ärgerlich! Vielleicht lag es daran, dass man den Schätzpreis für dieses nur 30 x 30 cm große Frühwerk von 1963 wohl nicht einmal in einer sehr euphemistischen Auslegung als besonders ‚konservativ‘ bezeichnen kann. Auch wenn Auktionator Ernst Nolte bereits entschuldigend anmoderierte, dass der Erhebung desselbigen lediglich eine Fotovorlage diene und man das Werk zunächst für ein Multiple hielte, kann man den Schätzpreis von 8000 EUR nur als peinliche Fehleinschätzung bezeichnen. So berichtet das Haus mit der prestigeträchtigen Adresse Pöseldorfer Weg 1 an der Hamburger Außenalster im Auktionsrückblick auf seiner Website auch lieber vom Startpreis mit 42.000 EUR. Viel spannender als die Eröffnung war jedoch der zweite Bietschritt. Ein Sammler am Telefon wollte wohl einen Überraschungscoup landen, als er auf diesen Startpreis direkt 150.000 EUR bot. Es reichte aber kaum für eine Schrecksekunde. Schnell hatten sich von den circa 12 Leitungen eine Gruppe von 5 Bietern auf den Weg gemacht und die Luft wurde dann auch erst oberhalb der Viertelmillion Euro dünner. Am Ende stand dann ein zwar im Verhältnis zur Schätzung in Summe hohes, aber für eine derart seltene und frühe Arbeit gerechtfertigtes Ergebnis.

Warhol vs. Basquiat

Zwei ganz große, mit beiden Signaturen vereint in einem einfachen Offset Litho von 1985. Zu haben beim Pariser Auktionshaus Millon für SP 8000 EUR. Zu recht wird es sicherlich am 25.06. einen Liebhaber finden!

Warhol vs. Basquiat - The Fight
Warhol vs. Basquiat – The Fight

 

Otto Piene: Von Zero auf Hundert

Im Kunstausktionshaus Van Ham folgten am vergangenen Montag gut 100 Gäste der Einladung von Auktionator und Inhaber Markus Eisenbeis und der Deutschen Bank. Das Gespräch mit dem Vorsitzenden der Freunde der Zero Foundation Hubertus Schoeller und der Kuratorin der großen 2006er Zero Ausstellung im Düsseldorfer Kunstmuseum Heike van den Valentyn moderierte Rene S. Spiegelberger.

Von Zero auf Hundert: Hubertus Schoeller, Heike van den Valentyn und Moderator Rene S. Spiegelberger vor Otto Pienes 'Anniversary Star' (c) Foto: VAN HAM Kunstauktionen | Michael Schuff
Von Zero auf Hundert: Hubertus Schoeller, Heike van den Valentyn und Moderator Rene S. Spiegelberger vor Otto Pienes ‚Anniversary Star‘
(c) Foto: VAN HAM Kunstauktionen | Michael Schuff

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