
Die Ausstellung ‚Ludwig Goes Pop‘, die noch bis zum 11. Januar 2015 in Köln zu sehen ist zeichnet sich in erster Linie durch die hohe dichte an Ikonen dieser Ära sowie barbusigen Damen in Rotlicht-Distrikt-Posen aus.
Letzteres hängt vor allem damit zusammen, dass die Sammlung selbst dies hergibt, zum anderen, dass damit die beste Basis gelegt ist, den Leihgaben-Tausch im Inter-Museums-Geschäft für große Ausstellungen zu befördern. Ersteres hingegen ist ein Phänomen, dass wohl in den Zeichen der Zeit der späten 60er und frühen 70ern sowie in der ausgeprägten diesbezüglichen Präferenz der handelnden Personen begründet liegt, die zudem hiermit damals noch eine kleine publikums- und somit auch medienwirksame Entrüstung erreichen konnten. Sowohl Lindner, Jones, Ramos oder auch die Bildhauer De Andrea und Segal stehen für viel pure Haut. Aber auch die erste Reihe der Pop-Vertreter wie Wesselmann, Lichtenstein oder Warhol bieten hierfür eine breite Motivauswahl. Bei Warhol wird es jedoch häufig so explizit, dass die Kölner möglicherweise aufgrund von Jugendschutz-Auflagen hierauf verzichteten. Interessant dabei ist die Marktbewertung. Ein Ramos ohne nackte Schönheit (ja das gibt es) ist nahezu unverkäuflich, ein Wesselmann mit Nude fast immer teurer als ohne, bei Warhol hingegen sind die ‚Parts‘ Arbeiten deutlich günstiger als Elvis, Marilyn oder sogar Kühe. Grundsätzlich hat also auch in der Pop-Art die Aussage ‚Sex sells‘ bestand. Dennoch: Auf das Motiv kommt es an. Den Preiseinstieg gibt es heutzutage bei Ramos Leinwänden im kleineren Format ab 80-120′ EUR oder bei Wesselmann-Miniatur Zeichnungen, die bei um 15.000 EUR starten. Interessanter ist hier vielleicht noch der Einstieg in die zarte Erotik bei dem deutschen Pop-Vertreter Werner Berges. Er scheint direkt vor seinem Come-Back zu stehen. Auch wenn der gebürtige Cloppenburger gesundheitlich angeschlagen ist, würdigt ihn die Kunstszene aktuell mit einer Renaissance. Im Markt hat sich das jedoch scheinbar noch nicht richtig rum gesprochen. Noch immer sind aktuelle Leinwand-Arbeiten im mittleren Format deutlich unter 10′ EUR zu bekommen. Ob das nach der nächsten Woche, wenn er das Monopol-Cover ziert und dann mit großen Ausstellungen nachlegt immer noch so sein wird? Zum Vergleich aus der Kunstgeschichte: Karl Ströher soll für seine umfassende Pop-Sammlung, die er zusammen mit Joseph Beuys in den 70er Jahren einer Erstsichtung unterzog und von denen heute nahezu jedes Werk internationale Berühmtheit erlangt hat 2 Millionen Dollar gezahlt haben.

1966, Öl auf Leinwand

1964/ 1965, Gips Holzstuhl und Waschbecken

1965, Öl auf Leinwand

Öl, Fiberglas und Polyester, Lebensgroß

1967, Öl auf Leinwand

1966/ 1967, Öl auf Leinwand

1966/ 1967, Öl auf Leinwand

